Es geht Stück für Stück voran und es sieht erstmals seit Jahren so aus, dass es wirklich zu einer soliden (Neu-)Wahl kommt und ein komplett neu aufgestellter, WMVO-konformer Werkstattrat gebildet werden kann.
Die Phase der Kandidatenaufstellung ist in vollem Gange und es zeichnet sich eine durchaus rege Beteiligung ab – sowohl was die inzwischen aufgestellten Kandidaten angeht (passives Wahlrecht), als auch die hohe Anzahl von Unterstützern (mit Unterschriften für die Kandidatenvorschläge), die Stimmung unter den Beschäftigten ingesamt und auch die Hoffnung, dass wirklich ein großer Umbruch erfolgen wird. Der neue Werkstattrat wird, unabhängig davon, wie er sich nach der Wahl genau zusammensetzt, ein starkes Gremium werden, das die Beschäftigten nach langen Jahren ohne spürbare Mitwirkung oder Mitbestimmung, adäquat vertreten wird.
Unser Team wurde auch schon „durchgewunken“ – Kandidatenvorschläge kamen von allen Seiten in unsere Richtung und die erforderlichen Unterstützer-Unterschriften wurden bereits am ersten Tag erbracht: Vielen lieben Dank schonmal an alle Unterstützer!
Vor uns liegen 3 große Phasen eines recht streng reglementierten Wahlvorgangs (Fristen und Vorgehensweisen werden in der WMVO lückenlos erklärt):
- Die Aufstellung der Kandidaten wird noch bis zum nächsten Freitag (25.06.2021) laufen, später eingereichte Vorschläge werden nicht mehr zur Wahl zugelassen. In diesen Zeitraum fällt auch die Einspruchsfrist sowohl des Wahlausschreibens, als auch der Einsprüche gegen die Liste der Wahlberechtigten (und der Kandidaten).
In den letzten Junitagen werden wir also wissen (der Wahlvorstand wird zeitnah tagen und über die Zulassung von Kandidaten entscheiden), wer genau zum 12. August 2021 alles zur Wahl steht. - Die Phase dazwischen wird von den Vorstellungen der einzelnen Kandidaten geprägt werden: Jedem Kandidat steht es frei, ein wenig „Werbung“ für sich und seine Sache zu machen (was die Werkstatt fördern muss; WMVO). Die meisten Kandidaten werden den Beschäftigten ihre Standpunkte erklären und ihnen aufzählen, mit welchen Vorschlägen, Forderungen und Impulsen sie in die 4-jährige Amtszeit als Werkstattrat starten wollen. Die Corona-Situation wird Versammlungen und allzu nahe Kontakte untereinander stark behindern und einschränken, so dass der Wahlvorstand mit der Werkstatt wahrscheinlich Möglichkeiten besprechen wird, wie man die Themen der Kandidaten (Vorstellungen, Steckbriefe, Flyer, u.ä.) den Beschäftigten zugänglich machen kann. Aushänge in den beiden Zweigstellen wird es auf jeden Fall geben, mit dezentraler Verteilung von Zetteln über die Gruppenleiter ist auch zu rechnen, Angebote zum Versand werden auch zur Debatte stehen, da die Regelungen der Freiwilligkeit kaum andere Wege zulassen.
Die Meldung, dass die Freiwilligkeit spätestens zum Ende des Juni (wohl einschließlich der 27. Juni 2021) ausgesetzt wir, erschwert Planungen wahrscheinlich deutlich. - Der Wahlvorgang, als abschließende Phase, ist dann nicht minder umständlich. Die Werkstatt könnte sich nach Auslaufen der Freiwilligkeitsregel einen Großteil des Briefportos für die Wahlunterlagen, bzw. die vorfrankierten Rückumschläge sparen, eine reine Urnenwahl kann (darf) es nach den Formulierungen im Wahlausschreiben jedoch auch nicht (mehr) geben: Einmal als „Briefwahl“ ausgeschrieben, darf man nicht einfach in eine Präsenzwahl umwandeln oder den Versand der Wahlunterlagen gänzlich einstellen (…beziehungsweise nicht als „Nur wer anfordert, erhält die Wahlunterlagen zugesandt“ Variante durchführen) – Beschäftigte, die bis zu einem Stichtag kurz vor der Wahl die Unterlagen nicht in die Hand überreicht bekommen können, müssen definitiv postalische Unterlagen mit Rückumschlag bekommen.
Alles sehr kompliziert, aber mit unserem motiviert-kompetenten Wahlvorstand bestimmt realisierbar!
Als Randnotiz sollten wir das Schreiben der Werkstattleitung (und der Betriebsstättenleitungen) erwähnen, in dem über „gute Zusammenarbeit mit dem aktuellen Werkstattrat“ gesprochen wurde und ein fast schon zu „sauberes“ Arbeitszeugnis ausgestellt wurde – die großen Lücken (Zusammenarbeit Werkstattrat und Werkstatt hui <—> Zusammenarbeit Werkstattrat und Beschäftigten pfui?) sprechen jedoch eine deutliche Sprache und lassen tief in die bisherigen Strukturen blicken.
Sie waren stets bemüht und erschienen pünktlich zu anberaumten Sitzungen.
„Arbeitszeugnisse verstehen“, Band 3