Die WIR gGmbH ist eine Werkstatt für behinderte Menschen, die circa 220 Beschäftigten an 2 Standorten (Hürth und Bergheim) in verschiedenen Arbeitsbereichen eine berufliche Rehabilitation ermöglicht. Die Interessensvertretung ist – ähnlich einem Betriebsrat – der sogenannte Werkstattrat, der bei einer Betriebsgröße von über 200 Beschäftigten 5 Personen zählt.
In der Vergangenheit existierten an beiden Standorten selbstständige Werkstatträte, damit die ziemlich unterschiedlichen (räumlich, personell, strukturell, usw.) Zweigstellen ihre eigene Interessenvertretung bilden konnten; dies wurde 2018 aufgegeben, da juristisch (in der Werkstätten-Mitwirkungsverordnung, kurz: WMVO) eine derartige Konstellation nicht vorgesehen ist – zu Ungunsten der Beschäftigten.
Nun reicht ein einfacher Mathe-Grundkurs, um die Hauptproblematik ein wenig zu verdeutlichen:
- Hürth ist die größere Werkstatt (3/5 der Beschäftigten)
- Bergheim ist die kleinere Werkstatt (2/5 der Beschäftigten)
- Werkstatträte sind immer in ungerader Zahl besetzt (3, 5, 7, usw.)
- Die Interessenslage an den Standorten bezüglich nahezu aller Themen könnte gegensätzlicher nicht sein (Arbeitszeiten, Sonderzahlungen, etc.)
- Die Werkstatt wählt 2021 zum ersten Mal mit allen Beschäftigten (aus beiden Standorten) Kandidaten von beiden Standorten in einen gemeinsamen Rat.
- (Die Anzahl der Kandidaten aus den jeweiligen Standorten hat dementsprechend gravierenden Einfluß auf das Ergebnis der Wahl und schlußendlich auf die Entscheidungsmehrheiten im neugewählten Rat. So ist ein Wahlergebnis von 3 Werkstatträten aus Bergheim und 2 Werkstatträten aus Hürth bei ungleichmäßiger Kandidatenzahl nicht unwahrscheinlich)
Um dieser Problematik ein wenig entgegenzutreten, haben wir beschlossen, als Team anzutreten.